Die Neuerfindung der Ölmalerei

Februar 26th, 2008

Die Ölmalerei als Erfindung europäischer Künstler wird sich die Kunstgeschichte bald verabschieden müssen. In Afghanistan haben japanische, französische und US-amerikanische Forscher jetzt die bisher ältesten bekannten Ölgemälde der Welt gefunden. Sie zieren die Höhlen von Bamiyan. So muss ein Stück Kunstgeschichte neu geschrieben werden. Was solls werden die einen sagen, hängt sie höher (die Europäer), meinen die anderen. Handelt es sich hier tatsächlich um eine art Urheberrechtsverletzung?

Die Ölbilder stammen aus dem Jahr 650 nach Christus und sind damit um Jahrhunderte älter als die bisher bekannte Ölmalerei, die als Entwicklung aus dem europäischen Spätmittelalter und der Renaissance galt. Die Forscher halten die Gemälde für Arbeiten von Künstlern, die Mitte des siebenten Jahrhunderts nach Christus die Seidenstraße zwischen dem Westen und China bereisten.

Die Bilder zeigen Buddhas in zinnoberroten Kleidern, im Schneidersitz und mit kunstvoll zusammengebundenem Haar. Weitere Motive sind Palmenblätter und Affen.

Bei einer Gruppe von Wandgemälden wurden ölhaltige und harzige Bestandteile entdeckt. Die Bilder haben eine mehrschichtige Struktur wie die Leinwandgemälde aus dem Mittelalter. Die Farben enthielten vermutlich Walnuss- und Mohnöl.

Im antiken Ägypten, Griechenland und Rom wurden Öle hauptsächlich für Heilmittel und Kosmetika verwendet. In der Kunst tauchten sie erst viel später auf. Als erste schriftliche Erwähnung gilt ein Text des italienischen Künstlers und Architekten Giorgio Vasari aus dem 16. Jahrhundert.

Seit Anfang 2007 sind in Afghanistan bei Kämpfen und Anschlägen mehr als 6.500 Zivilisten und Militärangehörige ums Leben gekommen. Die Taliban, deren radikalislamisches Regime 2001 durch eine US-geführte Militärinvasion gestürzt worden war, haben zum “Dschihad” gegen die Fremden im Land und gegen die Kabuler Regierung des Präsidenten Hamid Karzai aufgerufen, die sich nur mit Unterstützung von Zehntausenden ausländischer Soldaten an der Macht halten kann.

Restauration:
UNESCO-Programm
ESRF Grenoble
Getty-Institut Los Angeles
Zemaryalai Tarzi, der oberste Denkmalschützer Afghanistans
Discovery Channel

Remote realtime storytelling

Februar 17th, 2008

aether9 online performance
CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key). Aether9 is supported by Sitemapping.ch

Performers: N3krozoft Group Brussels (BE), Nathalie Fougeras (BE), Audrey Samson (NL), Paula Velez (CO), Judy Nylon (USA)
Live audio: Judy Nylon, Jonathan Goldstein (USA)
Original screenplay: Nathalie Fougeras

Physical location
In the frame of the “Stream On You” event at iMAL, Center for Digital Cultures and Technology
30 Quai des Charbonnages / Koolmijnenkaai 30, 1080 Brussels
(metro Comte de Flandres / Graaf van Vlaanderen)

Tune in!
Performance duration: ca. 20:00 min.
Performance time: 16.02.2008 @ 21:00 Central European Time (UTC/GMT +1)
Check your local performance time here

Further information on the aether9 project
Aether9 Home
Sourceforge
Project Statement

Upcoming events
April 4 - 13: “Hotel Kyjev: Time’s Up”, Bratislava.
April 19: Aether9 w/ Bliscappen van Maria, Mapping Festival, Geneva.
July 2008: Aether9 presentation @ ISEA 2008, Singapore.

Ruhe in der Grubenstrasse

Februar 16th, 2008

Von Claudio de Boni / Züritipp

Künstler, Tüftler und Musiker ade. Die Macher des Dock18 ziehen sich aus der Grubenstrasse zurück - aber erst mal feiern sie das drei Nächte lang.

Ein sonniger Nachmittag, nebenan wird eine Industriehalle abgebrochen, die letztens mit unbewilligten Partys für kurze Zeit reanimiert wurde. Die Kuratoren des Dock18 sind bestens gelaunt und das, obwohl auch ihr Domizil im Umbruch ist. „Während zwei Jahren war dies ein Ort für Experimente rund um Medienkulturen, jetzt suchen wir einen Raum in einem belebteren Stadtteil“ sagt Mario Purkathofer mit österreichischem Dialekt. Regelmässig haben sich hier Informatiker und Musiker, Techniker und Kunstaktivisten ausgetauscht und dabei krude Projekte umgesetzt. Die von Purkathofer organisierte „Last late multi media show“, diesen Samstag zum letzten Mal in der Grubenstrasse, ist dabei so etwas wie das Konzentrat aus diesen Projekten: Eine Art schnelles TV-Format, in das Anwesende mit USB-Sticks oder anderen Mediaspeichern intervenieren können. Gespielt wird dazu frei lizenzierte Musik mit teils selbst gebastelten, elektronischen Instrumenten.

Diese sind das Metier von Marc Dusseiller. Als Mitbegründer der SGMK (Schweizerische Gesellschaft für Mechatronische Kunst) hat er eine Leidenschaft für das Überschreiten von Grenzen zwischen Technik und Kunst. An einem ihrer Kurse konnte man beispielsweise lernen, ein Theremin zu bauen, das erste brauchbare elektronische Musikinstrument aus dem Jahre 1919. Für Dusseiller ist das Dock18 - dem Namen entsprechend - eine Dockingstation: „Wir wollen Schnittstellen nutzen und schaffen“ erklärt er.

Dank schier unzähliger Schnittstellen funktioniert der Raum denn auch als Club: Marc Widmer und Patric Kaufmann sind für das Musikprogramm verantwortlich. Über ihre Internetplattform Sonicsquirrel.net veröffentlichen über 600 Netlabels weltweit freie Musik. „Die weitmöglichste Umgehung von Urheberrecht ist ein zentrales Thema von uns“ sagt Widmer. Das spürt man im Programm zur Abschlussfeier: Am Freitag beispielsweise nimmt der Musiker Bit-tuner einen Song live auf und veröffentlicht ihn auch gleich im Internet unter einer Creative Commons Lizenz.

Der Abschied ist ein abwechslungsreicher: An jedem der drei Abende wird ein anderer Musikstil im Zentrum stehen. Für Donnerstag empfehlen die Kuratoren den Auftritt von Bruno and Michel are smiling with Skipperrr, einer deutschen Electro-Noiseband, die als Soundquelle auch mal einen Gameboy einsetzt. Der Freitag gehört den Breaks und am Samstag gibt es straightere elektronische Musik mit Anorg.net und dem stadtbekannten Andaloop. Zudem wird jeden Abend Skurriles aus der Rumpelkammer verlost, respektive entsorgt. Denn das Dock soll entrümpelt ab Anfang Mai an einem anderen Ort auferstehen. Wo genau das sein wird, daraus machen die Schnittstellenbastler vorläufig allerdings noch ein Geheimnis.

Zürich, Dock18, Grubenstrasse 18

Do. 21.2., 21 Uhr; Bühne mit Bruno and Michel are smiling with Skipperrr u.a.
Fr. 22.2., 23 Uhr; Breaks mit Bit-tuner, Blade u.a.
Sa. 23.2., 21 Uhr; Last late multi media show, danach Club mit Andaloop u.a.

Dock18.ch

etoy’s MISSION ETERNITY SARCOPHAGUS

Februar 16th, 2008

etoy’s MISSION ETERNITY SARCOPHAGUS (a white cargo container at the
entrance to ARCO pavilion 14) is where the art group etoy calls and
reactivates a dead pioneer of the information age: Timothy Leary. He is
the first MISSION ETERNITY TEST PILOT to enter the multiuser
sarcophagus, and again the pioneer: other pilots will follow him. In
Madrid, 8g of Leary’s mortal remains will be integrated into his updated
TERMINUS. This plug-shaped capsule stores the ashes of the MISSION
ETERNITY PILOT after cremation and links it to digital remains such as
personal data, voice samples, images, a post-mortem activity plan and more.

The ceremony is public and accompanied by 4 etoy.AGENTS and a live actby TIM & PUMA MIMI from Zurich. Background to the etoy.ART-INVASION 2.0 &

Updates from Madrid local information: MISSION ETERNITY, winner of the award VIDA 10.0, can be visited at
Fundación Telefónica’s booth (GC.B2) and at Fundación Telefónica EXT.1 (Entrance of ARCO Pavilion 14) By invitation of Fundacion Telefonica. Contact etoy

Billig wie WOW

Februar 13th, 2008

Zum dritten mal findet in München vom 03.04.2008 - 06.04.2008 in den zentral gelegenen städtischen Kunstarkaden das UAMO Kunstfestival statt. Aussteigen: U-BAHN MARIENPLATZ - dort wo die FCB Fans in die U-Bahn zur Allianz Arena einsteigen.

Zu dem Thema “CHEAP LIKE WOW!” werden Arbeiten verschiedener Künstler aus den unterschiedlichsten Sparten in den Ausstellungsräumen und innerhalb eines Screenings vor Ort (Kunstarkaden) gezeigt. So kündigt Veranstalter Joachim Blank das Festival auch an mit einem kleinen Epos über die Billigkeit:

Ekzettel

und weiter:

UNSERE AUGEN WERDEN LEUCHTEN.
EIN GLANZ LIEGT UEBER DEM FESTIVAL.
DER GLANZ DES BILLIGEN.

DAS VERTRAUTE GEFUEHL, ANTEIL ZU HABEN.
AM LEBEN, AN DER WELT DURCH DIE PRODUKTE,
DIE WIR MIT LEUCHTENDEN AUGEN ENTDECKEN IN DEN
REGALEN DER SUPERMAERKTE, KONSUM-GALERIEN:

TASSEN, WUERSTE, KUNSTWERKE, COMPUTER, DOSEN, JACKEN:
FETISCHE ZUM SONDERPREIS, MASSENHAFT.

PRODUKTE WERDEN KUNSTWERKE,
KUNSTWERKE SIND PRODUKTE.

Es tut immer wohl wenn die Rahmenbedingungen einer Veranstaltung im Festival selbst wieder auftauchen und die “Kein Geld ist Cool-Generation” wird es freuen. Das ganze findet man unter Uamo.org. Und was zum Teufel bedeutet nochmal Uamo? Der UAMO e.V. existiert als gemeinnütziger Verein seit 2003. Der Verein hat den Zweck, Arbeiten und Projekte junger bildender Künstler zu unterstützen. Die UAMO Events führen Künstler unterschiedlicher Bereiche zusammen: Fotografen, Maler, Bildhauer, Medienkünstler, Designer und Illustratoren. Steht somit UAMO für “United Artists of Munich Organisation”?

Ziemlich verrückt

Februar 13th, 2008

Dieses Bild wurde kürzlich gemeinsam mit 4 anderen “Meisterwerken” aus der privaten Sammlung Bührle geklaut:

Degas

Nun soll sich der Gesamtschaden auf 180 Millionen belaufen. Dabei frage ich mich, ob diese “Meisterwerke” nicht haltlos überbewertet sind. Wie komme ich dazu?

Man stelle sich vor dass mit diesem Diebsgut alleine der Betrieb von 25 ausgewählten unabhängigen Kunsträumen in der Schweiz für die nächsten 36 Jahre (!) gewährleistet wäre. Diese 25 unabhängigen Kunsträume haben pro Jahr 20000 Besucherinnen und in 36 Jahren 720.000 Besucherinnen. In der Bührle Sammlung werden pro Jahr nur 5.000 Besucherinnen registriert. Die Besucherinnen werden auch nicht mehr, weil nun das Museum bis auf weiteres geschlossen bleibt. Fazit: eine Kosten-Nutzung Rechnung ergibt: In 36 Jahren sehen die Artefakte 4x soviele Menschen, die wahrscheinlich das doppelte an wirtschaftlichen Nebenleistungen produzieren.

Nein, ich will hier gar nicht reden von der Umverteilung der Gelder aus dem Kunstmarkt in die Produktionsstätten der Künstler heute. Davon will ich gar nichts hören, denn was hat der Kunstmarkt schon mit Kunst zu tun? Einzig der Name ist ein verbindendes Element und hin -u. wieder vielleicht ähneln sich Techniken und Formate zeitgenössischer Künstler.

Machen wir uns bewusst: Obengezeigtes Bild ist kein künstlerisches Objekt, sondern blosse Ware geworden, für die der Eigentümer haftet. Oben abgebildetes Bild wurde bereits während des Zweiten Weltkriegs von Bührle gekauft , bevor es die Nazis geraubt hatten. Später hat er es dann den rechtmässigen Besitzern abegekauft. Das Ojekt hat somit historischen Wert, aber in unserer Zeit keinen künstlerischen Wert mehr. Die Kunst ist an einem völlig anderen Punkt angelangt. Die Kunstproduktion der letzten Jahrhunderte ist als völlig wertlos zu betrachten. Aus ihr nährt sich aber die Tatsache, dass heute immer noch ähnlichen ästhetischen Kriterien nachgeeifert wird, was natürlich völlig falsch ist.

Deswegen mein Aufruf an die Diebe! Überweisen einen Teil des Erlöses den die Bilder auf dem Schwarzmarkt einringen an die Organisation der unabhängigen Kunsträume in der Schweiz. Da ist es gut gelagert mit dem Versprechen die Kunstproduktion in der Schweiz anzukurbeln und zu gewährleisten dass unbezahlbare und keine unbezahlten Werke entstehen, die man nicht in privaten Sammlungen verstauben lassen und auf Auktionen an Wallstreet-Beamte gegen Geld verschenkt, sondern die im allgemeinen Interesse die Gesellschaft verändern oder einfach sinnlos bleiben.

Kontonummer für ausschliesslich anonyme Spenden: Unabhängige Kunsträume Schweiz PC XXX

Das Kulturbüro Basel sucht per sofort…

Februar 10th, 2008

>Liebe Freunde und Bekannte
>Liebe Kulturschaffende
>
>Im Frühjahr 2008 öffnet das neue Kulturbüro in Basel seine Tore.
>Es bietet Kulturschaffenden aller Sparten Infrastruktur, Informationen
>und Support zur Realisierung ihrer Projekte an und ist vernetzt mit den
>Kulturbüros Bern, Genf und Zürich.
>
>Das Kulturbüro Basel sucht per sofort
>
>EINE/N KULTURELLE/N ALLROUNDER/IN (50%)
>
>für die Co-Leitung. Im Zweierteam bist Du zuständig für den Aufbau und
>den Tagesbetrieb des Kulturbüros, die fachliche Beratung der
>Kulturschaffenden, die Wartung der technischen Infrastruktur, die
>Kontrolle der Mietgeräte sowie das Materiallager.
>
>Wir möchten euch auf diesem Wege bitten, folgendes Stelleninserat über
>eure Emailverteiler so breit wie möglich zu streuen, so dass sich viele
>Interessierte bewerben.
>
>Genauere Infos dazu sind im angehängten PDF enthalten.
>
>Weitere Informationen zu den Kulturbüros gibt’s unter:
>http://www.kulturbuero.ch.
>
>Herzliche Grüsse
>Wolfgang Hockenjos
>
>+-+-+
>
>Wolfgang Hockenjos
>Margarethenstr. 64
>CH-4053 Basel
>
>Fon: +41 61 321 20 50
>Fax: +41 61 321 20 51
>Eml: w@hockenjos.ch

Copy07

Februar 7th, 2008

Copy!07 ist ein Festival, an dem die Kopie und das Kopieren zelebriert werden. Sowohl künstlerisch, technisch als auch musikalisich soll die Kopie neu verhandelt werden und in den Mittelpunkt einer Serie von Veranstaltungen gerückt werden.

Ausgehend von der Idee der Kopie, war es erstmals möglich mediale und künstlerische Arbeiten in einem völlig neuen Licht zu sehen. Die Kopie wird heute vielerorts als Bedrohung gesehen, am Kopierfest wird dies umgekehrt. Diskurse über Legalität/Illegalität wurden fürs erste gar nicht geführt, stattdessen verschiedene Praxen des Kopierens in Film, Musik, Performance und Medienkunst vorgestellt.

Um die Idee des Kopierens unter das Volk zu bringen dienten Konzerte, Workshops, Installationen, Filmvorführungen und Performances.

Ein Konzert zu veranstalten, einzig aus dem Grund dem Publikum zu zeigen wie man kopiert, ist in diesem Sinne neu und braucht noch viel Überzeugungskraft.

Besucht war der Anlass allemal. Insgesamt 1000 Besucherinnen waren an 6 Abenden zu Gast, wenn auch die einzelnen Räume nicht immer rammelvoll waren, hat sich doch ein Publikum gefunden. Vielleicht muss man in einem nächsten Jahr einfach auch mehr Künstler einladen und den Netzwerkcharakter verstärken. Dies ist allerdings nur durch verstärktes Sponsoring möglich. Ob das Copy Festival in Zukunft in Konkurrenz zum Tweak oder Shiftfest treten kann, bleibt abzuwarten. Vielleicht wollen das die Organisatoren auch gar nicht. Klein und fein hat oft auch seine überzeugenden Qualitäten! Aber um wirklich interessante Kopiertechniken vorstellen zu können braucht es auch internationale Beteiligung. Die Kopierer in der Schweiz sind eindeutig noch in der Unterzahl.

So wünscht man sich für das nächste Jahr mehr Filesharer aus Überzeugung, Datenpiraten und deren Parteien, noch mehr Menschen, die vom Kopieren auch wirtschaftlich leben und Chinesen die klassische Bilder kopieren. Zu diesem Zweck sollte auch das Publikum aufgefordert werden eigene Kopiertechniken in einem Aufruf vorschlagen zu können. Die Kategorien hierfür wären wie oben beschrieben: Musik, Bild (Visuals, Fotografie, Film, Animation), Performance, Kopiertools&Installationen.

Gute Replikationen, Cover Bands und Kopierer.

Pressespiegel

Phlow.net
Starfrosch
Kulturtv

Gute Kopie wünscht

Ihr mm